Ja wie denn nu? Pubertärer Ferndiskurs des Nordend-Nachwuchses mit den Erziehungsberechtigten oder braucht die zugereiste Gentrifizierungsguerilla noch ein Pisastündchen?
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Ja wie denn nu? Pubertärer Ferndiskurs des Nordend-Nachwuchses mit den Erziehungsberechtigten oder braucht die zugereiste Gentrifizierungsguerilla noch ein Pisastündchen?
Treue Vorbeischauer unseres blogs kennen die Originalaufnahmen unseres Goldstücks schon aus dem Oktober letzten Jahres (Die amerikanische Riviera). Nachdem sich die Turbulenzen der europäischen Gemeinschaftswährung allerdings täglich weiter unserem Bildkommentar von vor vier Wochen nähern, ist Gold natürlich wieder Anlegers Lieblingsrohstoff (und das Marketingzugpferd diverser ETC Kampagnen). Und da auch in die Jahre gekommene, vierrädrige amerikanische Diven unter Sammlern wieder an Wertschätzung zulegen haben unsere artworker im heutigen Tagesbild beides zusammengebracht.
Wie auch von uns erwartet hat Apple Inc. gestern im Rahmen einer Entwicklerkonferenz zum kommenden 4.0er Update des iPhone OS, das auch die Betriebssystem-Basis des neuen iPad ist, eine mobile Werbeplattform namens iAd angekündigt:
iAd
iAd is a breakthrough mobile advertising platform from Apple. With it, apps can feature rich media ads that combine the emotion of TV with the interactivity of the web. For developers, it means a new, easy-to-implement source of revenue. For advertisers, it creates a new media outlet that offers consumers highly targeted information.
iAd basiert naheliegenderweise auf dem System der kürzlich akquirierten Quattro Wireless (wir haben den Kauf hier schon mal oberflächlich analysiert). Apple stellt nach eigener Aussage das gesamte kaufmännische und physische Distributionsnetzwerk, während Applikationsentwickler “lediglich” die gebuchten Ads in Ihren Programmen für einen Erlösquotienten von 60 Prozent platzieren können. Wir werden das in Kürze genauer unter die Lupe nehmen, natürlich insbesondere aus dem gestalterischen Blickwinkel und der geschäftlichen Warte. Während Flash von Apple die rote Karte gezeigt bekommt scheint der – eine schnell wachsende Gerätebasis vorausgesetzt – gute alte sog. “TV”-Spot vor einem Comeback zu stehen. Für alle, die statt bulletpoints immer noch lieber gute Geschichten erzählen, könnten das ganz gute Nachrichten sein. Dabei werden besonders die Buchungsdetails höchstinteressant sein – denn je nachdem, könnte so mancher mit viel Fortschrittselan just ins Moneten-Internet gestartete Verleger nun fürchten, den Kern seines Geschäftsmodells gerade nach Cupertino verschenkt haben.
Update (gesehen bei Mac-Essentials): die gestrige OS-Vorstellung gibts nun auch als Stream
1. Content: WELT & WamS als Abo auf dem Tablett
Allmählich ist es an der Zeit Apples iPad wieder etwas genauer aus der Ferne zu betrachten, denn seit unserem ersten virtuellen Wunsch-und-Wirklichkeits-Vergleich Mitte Februar hat sich einiges getan. Während wir hier wieder eher nach dem Business schauen und uns um Entwicklungsfragen kümmern, können sich interessierte die ersten Hardwarebesprechungen und Tests ansehen – die Mac Essentials haben eine Zusammenfassung der maßgeblichen Berichte.
Fangen wir hinten, besser gesagt beim gestern und im übermorgen an: am Samstag kommt der eigenblutgedopte iPod Maxi Details »
… der EU-Sondergipfel ab heute wirds richten. Nicht wahr? Unsere Pixelartisten scheinen da ganz hoffnungsfroh zu sein.
Zur Einstimmung auf den Australien-Grand-Prix in Melbourne am Wochenende schauen wir nochmal ins Archiv und präsentieren Fahrer, Promis, Girls und Management reloaded: damit schließen wir unsere F1-Flashback-Serie mit Bildern von Formel-Fotograf Mario (fürs Erste) mit einem zweiten großen Rundgang durch die jüngere Vergangenheit der Motorsportkönigsklasse ab. Mit Naomi Campbell, König Juan Carlos, Kai Ebel, Jürgen Hubbert, Keke Rosberg, Jean Todt uvm nach dem jump …
Nachdem wir uns letzte Woche bitter über die digitale Version des Druck-SPIEGELs beschwert haben, die anscheinend in einem Anfall von Effizienz-Übereifer angesichts der neuen iPhone Version der Publikation auch die Desktop-Abonnenten nur noch in einem Fünftel ihrer üblichen Größe erreichte, haben wir heuer nochmal nachgemessen und können vermelden: der SPIEGEL Verlag hat seine Hausaufgaben gemacht und mit Ausgabe 10-2010 nun wieder in gewohnter Qualität eine knapp 25 MB große pdf in korrekter Seitenfolge ausgeliefert. So solls sein.
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Da hat der SPIEGEL seinen langjährigen Digital-Abonnenten am Wochenende aber einen Bärendienst angetan: anstatt der in den letzten Jahren etwa 20-30 MB großen Komplett-pdf des Druck-Spiegels wird seit Sonntag ein miserabel zusammendistilltes, 8,5 MB großes und optisch völlig verhunztes pdf ausgeliefert, dem obendrein auch noch die Anzeigenseiten fehlen. Das ist insbesondere deshalb ärgerlich, weil sich die Entfernung einzelner Seiten logischerweise nach keinem numerischen Raster richtet, so dass teilweise wahllos wirkend Seiten in der Doppelseitenansicht fehlen. So stehen nun also teilweise linke Seiten (gerade Pagina) rechts und umgekehrt. In der dem Magazin vorbestimmten Form, nämlich der Doppelseitenansicht, ist jeglicher Layouteindruck dahin, die extrem komprimierte pdf Darstellung trägt mit wüsten Kompressionsartefakten ein übriges dazu bei, dass ein bis eben noch vorbildliches digitales Produkt völlig verhunzt an den verduzten “Premium”-Kunden ausgeliefert wird, der, und das sei betont, im Voraus handfestes Geld für sein pdf-Abo bezahlt hat. Man weiß gar nicht was man schlimmer finden soll – die Tatsache, dass der digitale SPIEGEL jetzt nur noch als zerrupftes Einzelseitenexzerpt gelesen ungenießbarer als ein Altpapierfund ist, oder dass die unterirdische Dateigrößen’optimierung’ die ja schon mit genug geschlagene Margot Käßmann auf dem Cover noch mehr verknittert, als es die Umstände ohnehin schon erzwingen.
Fehlschläge passieren immer mal wieder, das liegt in Produktionsumgebungen mit einer Vielzahl Beteiligter in der Natur der Sache. Was die Geschichte beim SPIEGEL aber eher nach Wille als nach mangelndem Können aussehen lässt, ist die Tatsache dass jüngt die unvermeidliche “App” fürs iPhone veröffentlicht wurde, über die der geneigte Abonnent (ganz wie bei der BILD seit letztem Jahr) nun den Druckspiegel auch auf dem Apple-Phone runterladen kann. Anstatt nun der an ein qualitativ hochwertiges digitales Produkt gewöhnten Stammkundschaft Ihr 30 MB pdf zu lassen, und den iPhone Kunden eine runtergerechnete Version anzubieten (was ja Sinn hätte, denn die Auflösung und das Format von 480 x 320 Pixel bei 163 ppi machen größere Dateien unnötig) bekommen nun ALLE diesen Murks vorgesetzt. Unsere bescheidene Meinung: das ist Quatsch und zwar genau die Sorte, die eben mit dem Aufkommen mobiler Netzreader wie iPhone, iPad & Co. gerade nicht passieren sollte. Details »
Die Hautpfrage dieser Tage ist nicht ob, sondern wie lange man schon short ist. Die Finanzpresse munkelt von großen Wetten auf eine USD/EUR Parität noch in 2010. Auch wenn das ZDF gestern abend brav und glücklich über eine moderate Teurungsrate von 0,4% berichtet – der Euro-Trend riecht nach Inflation. Also ausgeben statt anlegen? Der Samstag wird Ihnen die Antwort erleichtern. Schönes Wochenende.
Das neue Werk von Europas aufregendstem Comickünstler Enki Bilal ist endlich bei ehapa erschienen und kann dort, aber natürlich auch bei amazon erworben werden. Bilal ist auch weit über die Comic-Fanzirkel hinaus ein Begriff durch seine reichen, präzisen und meist verstörenden Sience Fiction noir Alben. Bekannt wurde er auch hierzulande im Wesentlichen mit der Alexander-Nikopol-Trilogie, die in Gestaltergesprächen mangels Erinnerungsvermögen meist als die Comics mit der blauen Frau bekannt sind. Auch wenn es eigentlich abschreckend klingt einen Comic als gesellschaftlichen Thriller zu bezeichnen, kommt man um diese Wertung bei Bilal nicht herum; spannend, klug und atemlos sind seine Werke, Animal’z macht da keine Ausnahme.
Schlagzeilen machte der neue Band schon Ende September in Paris, als Artcurial sämtliche Originalzeichnungen des neuen Albums für einen Gesamterlös von etwas mehr als einer Million Euro versteigerte. Obwohl die Versteigerung der insgesamt 350 Werke Enki Bilal zum wahrscheinlich weltweit teuersten lebenden Comiczeichner gemacht hat, gilt sie in Kunstkreisen als misslungenes Experiment, da sämtliche Werke unter Schätzwert zugeschlagen wurden. Das Titelbild etwa wurde auf 35 TEUR taxiert und ging letztlich für 29.000 Euro weg. Da aber sämtliche Bilder Käufer fanden bleiben Interessenten nun auf den Zweitmarkt angewiesen. Der 100-seitige Band kommt mit etwa 25,- Euro erheblich günstiger. Nebenbei bemerkt können wir uns die Bilal-Originale ohnehin eher komplett am Stück in einem etwas heruntergekommenen Schloss ohne Mobilar vorstellen ….
Right, nach diesem 180 Sekunden-Lacher von Neil Curtis (nicht geschaut? Dann aber bitte mit Ton, der Clip dürfte selbst Die-Hard-Windows-Fans ein Zucken im Mundwinkel entlocken) und einigem Abstand vom hyperventilierten Vorstellungstermin vorletzter Woche wollen wir uns Arthur C. Clarkes Newspad in der Apple-Version etwas genauer anschauen um die ersten Infos des noch recht virtuellen Gerätes mit unseren Prognosen abzugleichen und uns insbesondere die ökonomischen Perspektiven für Marketing und Verlagswesen um die gehärtete Glasscheibe herum näher ansehen. Details »
Heute also ist es soweit, Steve Jobs hat nach San Francisco ins Yerba Buena Center for the Arts Theater um 10 a.m. pacific time eingeladen:
Come see our latest creation.
Wir haben uns in den vergangenen Tagen in bequemer Zurückhaltung geübt und nicht jedes Gerücht abgetippt und als Neuigkeit drittverwertet dass inzwischen medienübergreifend zur wohl größten Hype-Welle in Apples Firmengeschichte angeschwollen ist. So weit haben die smarten Vereinfacher in Cupertino (mal wieder) alles richtig gemacht. Die Erwartungen sind inzwischen dermaßen angeschwollen – wie gehabt vor der Vorstellung neuer Äpfel – dass das Gerät und sein Geschäftsmodell nicht nur revolutionär sein müssen, sondern nebenbei nicht weniger als die Rettung der ganzen Medienbranche vollbringen sollen. Ob WSJ, FTD, FAZ, Manager Magazin oder die TAZ – die Gerüchteschleudern tragen in diesen Tagen die ganz großen Namen, und schlagen dabei den unentschlossenen Ton bescherungstrunkener Kinder am Weihnachtsnachmittag an: einerseits auf das große, nie dagewesene Wundergeschenk hoffend und sich im gleichen Atemzug selbstbeschwichtigend einredend, dass man die Vorfreude auf das große Piratenschiff zügeln muß, denn so was tolles kann ja gar nicht in den heimlich aufgestöberten Geschenkkartons drin sein, es könnte ja auch etwas ganz anderes sein, über dass man sich dann auch noch freuen können will. Details »
Wenn selbst SPon anfängt die Apfel-Tablett-Gerüchte zu einer Story zusammenzubauen, und sich die gadgetgeilen Gerüchtekolportierer NYT schon darauf einschießt, dass Microsoft bereits heute abend auf der CES Apple die Show mit einer serienreifen Version Ihres Courier Tabletts stehlen könnte, wenden wir uns in aller Ruhe dem Wesentlichen zu: Business statt Gadgets.
Schließlich ist die Idee mit dem Tablett PC hardwareseitig alles andere als neu. Apple hat schon vor Urzeiten mit dem Newton und einigen nie veröffentlichen Experimenten am Thema gearbeitet, Microsoft war vor einigen Jahren bereits die treibende Kraft der Neuzeit hinter tastaturlosen Mobilcomputern. Wenn diese frühen Gehversuche auch allesamt auf nervige Stifteingaben angewiesen waren, dürfte sich hier nun – wie auch im Mobilfunkmarkt – auf breiter Front der Touchscreen durchsetzen. Wie auch immer – Formfaktor und Funktionalität einer Hardware interessieren uns in unserer Strategie-Serie zum Tablet weniger, denn eingedenk des aktuellen technologischen Standes dürften die erwarteten Geräte keine revolutionären Überraschungen bereithalten. Anders sieht das beim Interface aus, und da erwarten wir von Apple durchaus Überraschungen, wobei damit Microsoft nach den jüngsten Höhenflügen mit bing und Windows 7 (abgesehen von der skurillen Einführungskampagne …) nicht verfrüht abgeschrieben werden sollte.
Den Unterschied und damit die Entscheidung über Erfolg oder just-another-binned-gadget wird ein Contentgeschäftsmodell machen und nicht die Spezifikations-Listen eines Touchscreen-Computers, und da schätzen wir Apple derzeit auf die Pole-Position. Dafür gabs in den vergangenen Wochen einige neue Anhaltspunkte über die hier und hier berichteten Entwicklungen im Zeitungs- und sog. “Print”-Sektor sowie bei den Buchverlagen hinaus:
Auch deutsche Verlage wagen sich zaghaft aus der Deckung um Claims für die Tablet-Dekade abzustecken: Rundschau-Verleger Konstantin Neven Dumont wiederholt in einem kürzlich erschienen Editorial Hubert Burdas Klage gegen die Google’schen Eigentumsdelikte (“Suchmaschinen greifen ab”), ohne allerdings zu erwähnen, dass man als Contentanbieter durch geeignete SEO Maßnahmen der weltweiten Auffindbarkeit des eigenen Schaffens durchaus aktiv Vorschub leistet, und sieht die bundesrepublikanische “politische Hygiene” in Gefahr, da die Medienkrise den investigativen Journalismus bedrohe. Dass schwindende Erlösquellen den Journalismus an sich bedrohen ist sicher eine widerlegbare These, dass engagierte Verleger die adäquaten Mittel haben diesem selbst beklagten Umstand angemessen (unser Anwärter für das Wort des Jahres) zu begegnen beruhigt uns. Interessant ist ganz am Ende folgender Satz, der mit leichter Fremdartigkeit in dem Text steht, und Paranoiker dazu verleiten könnte hier des Pudels Editorials Kern zu sehen:
Daneben gibt es Überlegungen, eine Vermarktungsplattform für Bezahlinhalte deutschsprachiger Verlage und Autoren zu gründen.
Das finden wir doch reichlich interessant, klingt hier doch eine technische Kollaborationsebene unter den deutschen Verlagen an, wie wir sie bereits in den Staaten Ende November gesehen haben (siehe unser Bericht US-Verlage gründen Mediendienstleister)
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Reuters zitiert heute den Senior Analyst für Applied Technology von Oppenheimer Yair Reiner mit einigen Mutmaßungen hinsichtlich Vermarktungszeitpunkt (“launch in late March”) und potentiellen Earnings per Share (“boost of 25 to 38 cents per quarter” bei unterstelltem Stückpreis von ca. 1.000 USD und einer Stückzahl von 1 – 1,5 Mio Units per Quartal) bezüglich des auch von uns vermuteten Apple Tablet Computers. Interessanter als die üblichen Analystenhochrechnungen und Blicke in die Hardwareglaskugel (“10.1-inch multitouch LCD screen”) finden wir Reiners folgende Aussage:
Apple has also approached book publishers to distribute their content electronically, and has offered them a revenue cut of 70 percent without requiring exclusivity, Reiner said.
Das wäre ein sehr direkter Angriff auf Amazons Kindle, der 70 Prozent nur bei voller Contentexklusivität an die Verleger zahlt, ansonsten 50%. Über Contentdeals mit Magazin-Verlegern berichtete Reiner nichts. Währenddessen hat das Konsortium aus Time Inc, Condé Nast, Hearst Corporation, Meredith und the News Corporation laut NYT vorgestern offiziell die Gründung einer bisher namenlosen Unternehmung (“unnamed venture”) zur Gestaltung und Aufbereitung digitalen Magazincontents für Geräte, die noch nicht existieren offiziell bekanntgegeben. Wir berichteten hier.
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Allmählich schwappen konkretere Hinweise zum allseits vermuteten Apple Tablet ins Netz – Zeit für eine neue Zusammenfassung der aktuellen Entwicklungen. Derzeitiges Highlight ist die obige Demo-Version von Sports Illustrated, die Time Inc. nun veröffentlicht hat. Anfang November bestätigte die Medien-Industrie in Person von James Murdoch das erste mal offiziell die Existenz des Apfeltabletts, was wir zum Anlass für eine größere Spekulation hinsichtlich des Geschäftsmodells und der damit verbundenen Chancen für Verlage und Publisher nutzten. Ende November machten Berichte die Runde, dass sich namhafte US-Verlage zusammenschließen, um einen technischen Diensteister unter Leitung von Time Inc. Executive Vice President John Squires zu gründen, der Inhalte für das Tablet aufbereiten soll. Schließlich nahm sich verblüffenderweise issuu ein Herz und renderte auf dem offiziellen Firmenblog erstmals einen mockup zum kolportierten Gerät.
Nach Condé Nast (gehört zum Kreis der Gründer des Content-Dienstleisters) mit einer etwas wackligen Demo wie das Wired Mag auf dem Tablett dargereicht werden könnte (Video nach dem Break) geht nun Time Inc. vollends in die Offensive und mit einer erstaunlich ausführlichen Demo von Amerikas führendem Sportmagazin.
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“Heben Sie das Heft auf: mal sehen, was aus dieser Regierung wird.” schreibt Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer im Vorwort seines heute erschienen Handelsblatt-Führers (deren Wort, nicht unseres) “Wer uns regiert”. Der 40-Seiter im A5 Format stellt Kanzlerin und Bundesminister im Kurzportrait mit teilweise arg misslungenen Headlines vor, und lag heute jedem HaBla bei (das ist die Zeitung, die man trotz e-paper Abo jeden Tag zugeschickt bekommt und vorm wegwerfen nur deshalb durchblättert, um herauszufinden ob der Briefzusteller nicht was wichtiges darin versteckt hat.) Mit dem ministeriellen Abgang heute mittag und einer Kabinettsrochade hatte das Teil eine Halbwertszeit von, sagen wir, sechs Stunden. Das war, eingedenk des zeitlichen Vorlaufs den auch Standardbeilagen brauchen, sicher schwer vorherzusehen, aber andererseits vielleicht auch konzeptionell etwas kurz gedacht: Denn braucht man so ein Politikersammelalbum wirklich? Auch wenn es die privatwirtschaftliche Presse sicher nicht gerne hört – das Erste hat mit seinen GEZ-Gebühren immerhin das Naheliegende getan: http://www.tagesschau.de/kabinett2009/
Wenns unbedingt Pseudo-Mehrwert in gedruckter Form sein muß empfehlen wir fürs nächste Mal den Panini-Stil: Sammelalbum zum selber einkleben. Via Ferrero lassen sich die Ministeraufkleber sicher auch auf den Schulhöfen zum hype machen – ein klassisches Win-Win-Konzept für die siechen Medien und die von der Jugend so entkoppelten Politik. Und sowas präsentieren wir zum Wochenende sogar gratis …
Bis es soweit ist, überarbeitet das Handelsblatt vielleicht wenigstens das pdf seines ‘Führers’. Schnell hier laden – seit heute ein historisches Dokument
“Do paintings bite?” (Hatje Cantz, vergriffen) eben mal wieder in die Hand genommen. Bei Leon Golub (1922) ist die Frage weniger metaphysisch gemeint als sie zunächst daher kommt: Seine Bilder sind rauhe, realistisch-expressive Szenen, nicht selten von Gewalt handelnd, oft ausstaffiert mit wütenden Wöfen und Hunden. Darunter finden sich einige großartige, zwingende Gemälde, die hinter dem ersten grobschlächtigen Eindruck ganze Romane an situativem Verständnis verbergen und hinzudenkbare Biographien enthalten. Für mich haben Golubs Bilder immer etwas nach Kerouac geklungen, während man gelegentlich meint Travis Bickles Blick zu sehen. Im englischen Wikipedia gibts einen groben Ausschnitt. Aller Entdeckung wert wie wir finden.
“I have always dealt with stress and violence. This comes from my own state of mind. Now, what I have tried to do since I’ve always dealt with subjects like this, is try to understand what this means, and I have tried to make this an instrument for viewing…a probe into the nature of the world. In other words, if I find that I’m dealing with, let’s say stress, vulnerability–actions of this kind–then I want to understand what this means in terms of events outside of myself, how this influences me, how this influences others and what I can say about the modern world through these meanings. Mercenaries, interrogations, the white squads: they all deal with this kind of thing brought up to date, brought into the immediate, into what I think of as our immediate, instantaneous, contemporary world.
Now, I do not claim, as an artist, that I represent the whole world. The world is too complex, too many things going on. I can only tell a bit of the factual situation about one aspect of the world. It is, I think, a relatively true aspect and an aspect that I have studied as extensively as I know how. So I deal with certain kinds of subject matter, which I try to do as intensely and extensively as I know how. I try to do it to emphasize a point, almost instantaneously, to make it a direct, perceptual thing, easily recognizable, something we are totally cognizant of, and something which operates immediately upon our lives. So it is an attempt to comment on the world in which we exist.”
aus “Leon Golub Talks of Painting,” Interview, Arts Insight Magazine, Indianapolis, Part I, May and Part II, June 1982. Courtesy, Arts Indiana Magazine; Courtesy, Helen Ferrulli. via artnet
Nachdem wir uns Anfang November aufs glatte Parkett der Technologiespekulationen hinsichtlich des Apple Tablets und eines Content-Geschäftsmodells begeben haben (Murdoch bestätigt Apple Tablet. Eine spekulative Analyse.) gibts laut New York Observer anscheinend Bewegung im Markt: John Koblin berichtet am 23.11. dass die namhaftesten US-Verlage wie Time Inc., Condé Nast und Hearst kurz vor der Gründung eines gemeinsamen Technologiedienstleisters stehen sollen, der die über 50 (stark miteinander rivalisierenden) Magazine der Verlage wie The New Yorker, Esquire oder Vogue zum crossmedialen Einsatz auf digitalen Plattformen vor- und aufbereiten soll. Das ganze scheint laut Koblin auf einen Online-Shop hinauszulaufen, in dem die so aufbereiteten Magazine möglichst einfach erworben werden können. Die im Observer zitierten (anonymen) Quellen halten eine offizielle Ankündigung der Firma, die angeblich von Time Inc. Executive Vice President John Squires interimsmäßig geführt werden soll, in den nächsten Wochen für möglich. Der ganze Artikel ist hier zu finden.
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Mythos-Marketing reloaded: Lange erwartet, heute nun offiziell gemeldet: Daimler kauft gemeinsam mit seinem größten Einzelaktionär Aabar eine bedeutende Mehrheit an Brawn GP, schickt den guten Ron auf Raten in die Rente Wüste, pinselt die Ross’schen Renner silber/schwarz und setzt (das ist aber noch inoffiziell) Nico Rosberg hinters beknopfte Volant. Was hingegen aus Jenson Button wird ist bei den Kaffeesatzlesern noch ziemlich umstritten – bei Mercedes GP als Nummer 2 hinter Nico oder als Nummer 2 bei McLaren Mercedes im british-all-star-Weltmeister-Team? However, die Fakten gibts überall und exemplarisch bei FAZ, Motorsport-Total und AMS.
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Sehr schönes, unaufdringliches aber wirkmächtiges Sponsoring: den HelpPoint denkt man sich automatisch dazu wenn Zurich auf dem Asphalt der Boxengasse steht (gesehen am Nürburgring). Respekt, so solls sein.
Eines der Mantras das sich durch zahlreiche Kundengespräche zieht ist immer wieder: Trauen Sie Ihren Kunden etwas zu. Denn der in kriselnden Zeiten ständig zu beobachtende Drang, Botschaften noch einfacher, nicht selten platter und uninspirierter zu transportieren und darzustellen ist bei all den Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten ganz einfach falsch. Bei Warendiscountern mag die Strategie, gepaart mit Frequenz und Penetranz, aufgehen. Zielgruppen komplexer Beratungs- oder Anlagedienstleistungen hingegen sind nicht dumm. Oder etwas unverschämter: Selbst wenn – diese Zielgruppen halten sich auf alle Fälle nicht für dumm, und deshalb sollte man Sie wenigstens mit einem Mindestmaß an intellektuellem Respekt ansprechen.
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Um im Gerüchtebusiness über das vielfach kolportierte Apple Tablet aka Medienreader mitzurühren, sei hier James Murdoch, Sohn von Rupert und Führungskraft im australoamerikanischen Medienunternehmen News Corp. im Druck-SPIEGEL 44/2009 zitiert, der überraschend deutlich und ohne Konjunktiv mit dem Satz “Apple wird einen Reader herausbringen.” im Interview wiedergegeben wird. “Das ist auch eine einmalig gute Gelegenheit, unsere Geschäftsmodelle zu verändern.” so James Murdoch weiter über den neuen Apple.
Nachdem dieser Tage bereits Berichte über eine interne Mitarbeiterkonferenz der New York Times die Runde machten, wo strategische Neuausrichtungen des Online-Geschäfts durch das “bevorstehende Apple Tablet” diskutiert wurden, ist Murdoch der erste bedeutende Vertreter der Inhalteanbieter, der das kolportierte Gerät offiziell als eine Tatsache bezeichnet. Steve Jobs wird das nicht gerne gehört haben.
Aber Apple wäre nicht Apple wenn es um ein bloßes Stück harter Ware gehen würde; das gibts am Markt bereits mehrfach, selbstverständlich auch mit Touchscreen. Wenn der Computerhersteller aus Cupertino das Tablett tastsächlich bringt, dann als Frontend eines Distributionskanals. Wollen wir also auf Basis der verfügbaren Infohäppchen mal etwas spekulieren wie so eine Art “iTunes News Store” funktionieren könnte, und zwar insbesondere unter dem Aspekt des Geschäftsmodells und was das für die Medienindustrie bedeuten könnte.
Unsere unbescheidene Prognose: 1. Der Journalismus könnte allen Unkenrufen vom Untergang zum Trotz vor einer neuen Blüte stehen. 2. Online-Vermarktung und Werbung könnte ein neuer, bidirektionaler Adressierungskanal mit nahezu 100prozentigem Targeting zur Verfügung stehen. Aber der Reihe nach.
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Das teilte die schwer gebeutelte amerikanische Harley-Davidson, Inc. letzte Woche mit. Die von Namenspatron und Chefentwickler Erik Buell gegründete und 1998 von Harley als Tochterunternehmen beherrschte Buell Motorcycle Company hat nach eigenen Angaben seit Gründung 1983 über 135.000 Maschinen ausgeliefert und genießt in der Szene der Sportfahrer einen ausgezeichneten Ruf. Auch sportlich konnten die konstruktiven Meisterleistungen von Erik Buell überzeugen – zuletzt mit der 1125R als Meister der AMA Pro Daytona SportBike bis 600 Kubik im Wettstreit mit Yamaha YZF-R6, Suzuki GSX-R600, Honda CBR600RR, Kawasaki Ninja ZX-6R, Aprilia RSV1000R, Ducati 848 und Triumph Daytona 675.
Die kompakte und gleichzeitig ungeheuer aggressive Bauweise der Buell Maschinen macht sie auch bei Stuntfahreren äußerst beliebt. Wir zeigen als Abschiedsgruß an eine innovative, und im Wortsinn leidenschaftliche Marke wie der formidable Rainer Schwarz (offizieller Stuntfahrer für Buell und Harley, für Events und Buchungen seine Seite checken) auf dem Frankfurter Messeplatz am Ratsweg 2007 eine Buell fliegen lässt.
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Diese Oldtimer- und Klassikertreffen fördern manchmal ganz plötzlich gallige Erkenntnisse zu Tage: getreu dem Motto dass gut gemeint meistens schlecht gemacht heißt, bleibt trotz des sicher akzeptablen Kaffees der da ausgeschenkt wurde (wir haben von der Kostprobe abgesehen) die Erkenntnis, dass das Wirtschaftswunder noch nie so fertig ausgesehen hat. Lobten wir noch kürzlich Originalität und Patina am grünen Flügel, so gewollt und gezwungen wirkt der arme Schankwagen da oben nun. Es gibt sicher eine Menge kurzarbeitender Automobilwerker (und andere natürlich) in diesem Land, die hoffen werden, dass ein sog. nächstes Wirtschaftwunder nicht ganz so lange brauchen wird, wie der triste Scheunenfund alt ist. Vielleicht trübt aber auch nur etwas Überarbeitung unseren Blick gerade. Wie dem auch sei – rundum gelungen dagegen der makellose Alfa Junior in seltenem Silber – unprätentiös, elegant und gut gemacht.
Weitere hübsche Fundstücke (ohne penetrante Wohlfühl-Headlines auf der Tür) aus Box und Paddock vom ADAC Eifelrennen gibts nach dem Break. Viel Spaß.