
Heute also ist es soweit, Steve Jobs hat nach San Francisco ins Yerba Buena Center for the Arts Theater um 10 a.m. pacific time eingeladen:
Come see our latest creation.
Wir haben uns in den vergangenen Tagen in bequemer Zurückhaltung geübt und nicht jedes Gerücht abgetippt und als Neuigkeit drittverwertet dass inzwischen medienübergreifend zur wohl größten Hype-Welle in Apples Firmengeschichte angeschwollen ist. So weit haben die smarten Vereinfacher in Cupertino (mal wieder) alles richtig gemacht. Die Erwartungen sind inzwischen dermaßen angeschwollen – wie gehabt vor der Vorstellung neuer Äpfel – dass das Gerät und sein Geschäftsmodell nicht nur revolutionär sein müssen, sondern nebenbei nicht weniger als die Rettung der ganzen Medienbranche vollbringen sollen. Ob WSJ, FTD, FAZ, Manager Magazin oder die TAZ – die Gerüchteschleudern tragen in diesen Tagen die ganz großen Namen, und schlagen dabei den unentschlossenen Ton bescherungstrunkener Kinder am Weihnachtsnachmittag an: einerseits auf das große, nie dagewesene Wundergeschenk hoffend und sich im gleichen Atemzug selbstbeschwichtigend einredend, dass man die Vorfreude auf das große Piratenschiff zügeln muß, denn so was tolles kann ja gar nicht in den heimlich aufgestöberten Geschenkkartons drin sein, es könnte ja auch etwas ganz anderes sein, über dass man sich dann auch noch freuen können will.
Das neue Business von Apple Inc wird nach unserem Dafürhalten keine sterbenden Geschäftsmodelle vor dem Sturz in selbstgeschaufelte Gräber bewahren. Aber es wird, und davon sind wir überzeugt, der Mediengestaltung einen Liebesdienst erweisen, in dem es die formale Akkuratesse, Ästhetik und Opulenz die das Gestalterhandwerk auf Papier so auszeichnet, mit den stringenten datenbankbasierten Internetprozessen ausstattet und auf natürliche Weise um audiovisuelle Komponenten erweitert. Dahinter steht ein knallhartes Business, inklusive Fernsehstreaming, Filmverleih und dem vermutlich präzisestem Zielgruppentargeting, das es bisher gab. Mehr noch als die klassischen Medien sollten Marketer, Werbungtreibende und Gestalter auf diese Möglichkeiten gespannt sein: wir erwarten statt lausig distillter jpg-Anzeigen in e-papers und bandbreitenverhunzter Videowebbanner die ganz große Rückkehr von Bewegtbild-Spots (von TV zu sprechen wäre hier ein Anachronismus) in HD mit Fullscreen Optionen und mehr. Und nachdem es allen Grund zu der Annahme gibt, dass die so publizierten Medien exakt gefiltert für Konsumhinweise und Dienstleistungen gebucht werden können, wie es das große Ozean-Internet zwar immer versprach, aber nie hielt, werden hier auch Preise für Anzeigen im Sinne von Displaywerbung emminent steigen. Hier greift jemand nicht zuletzt Google im eigenen Vorgarten an, und man darf allein deshalb mehr als gespannt sein wie das Business zum Tablett tatsächlich aussieht.
Wir hier bei den Visualizers haben uns dazu schon etwas früher so unsere Gedanken gemacht. Wer uns heute also beim Scheitern der einen oder anderen Spekulation zusehen mag, kann sich unsere Mutmaßungen nachfolgend ja nochmal ansehen. Und auch gerne laut lachen, das halten wir aus. Versprochen
02.11.2009 Murdoch bestätigt Apple Tablet. Eine spekulative Analyse.
25.11.2009 Apple Tablet follow-up: US-Verlage gründen Mediendienstleister
03.12.2009 Apple Tablet follow-up: Sports Illustrated als Demo
10.12.2009 Apple Tablet follow-up: 70% Marge für Verlage?
17.12.2009 Apple Tablet follow-up: Auch deutsche Verlage rücken näher zusammen




































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