Allmählich schwappen konkretere Hinweise zum allseits vermuteten Apple Tablet ins Netz – Zeit für eine neue Zusammenfassung der aktuellen Entwicklungen. Derzeitiges Highlight ist die obige Demo-Version von Sports Illustrated, die Time Inc. nun veröffentlicht hat. Anfang November bestätigte die Medien-Industrie in Person von James Murdoch das erste mal offiziell die Existenz des Apfeltabletts, was wir zum Anlass für eine größere Spekulation hinsichtlich des Geschäftsmodells und der damit verbundenen Chancen für Verlage und Publisher nutzten. Ende November machten Berichte die Runde, dass sich namhafte US-Verlage zusammenschließen, um einen technischen Diensteister unter Leitung von Time Inc. Executive Vice President John Squires zu gründen, der Inhalte für das Tablet aufbereiten soll. Schließlich nahm sich verblüffenderweise issuu ein Herz und renderte auf dem offiziellen Firmenblog erstmals einen mockup zum kolportierten Gerät.
Nach Condé Nast (gehört zum Kreis der Gründer des Content-Dienstleisters) mit einer etwas wackligen Demo wie das Wired Mag auf dem Tablett dargereicht werden könnte (Video nach dem Break) geht nun Time Inc. vollends in die Offensive und mit einer erstaunlich ausführlichen Demo von Amerikas führendem Sportmagazin.
Achtung: Ton AUS vor dem abspielen. Wired selbst berichtet in einer kuriosen Selbstbetrachtung des eigenen Verlages über dieses Demo.
Allenthalben scheint die Angst vor Apples Rechtsabteilung anscheinend geringer zu sein, als die Furcht nicht als erste Medienmarke das neue it-Thema zu besetzen. Und das nicht zu Unrecht: Anhand des Sport Illustrated Demos ist zu sehen, wie sich offensichtlich endlich ein Formatcontainer findet, in dem sich echte Medienkonvergenz erreichen lässt – gleich zu Anfang entpuppt sich das Magazincover als Still eines Sportvideos. Wenn das was man hier sehen kann die Zukunft ist, und wir mit unseren Annahmen zum Geschäftsmodell hinsichtlich Werbedistribution und möglicher Geräteleasings nicht ganz falsch liegen, dann eröffnen sich hier für Publisher tatsächlich völlig neue, phantastische Möglichkeiten. Wir begeistern uns ja nur selten über Gebühr, aber die ersichtlichen Chancen könnten tatsächlich eine Revolution sein. Der Eifer der großen Medienmarken im legal grenzwertigen Bereich (Apple bestätigt nicht einmal die Existenz einer Entwicklung in dieser Richtung und dürfte bei den Verlagspräsentationen telefonbuchdicke Non-disclosure-agreements verteilt haben) deutet aber stark darauf hin, dass das Rückgrat der ganzen Unternehmung – die Flagschiff-Contentdeals nämlich – offensichtlich auf einem guten Weg sind.
Wir sind uns aber sehr sicher, dass die Möglichkeiten des Geräts nicht nur den auflagenstarken Platzhirschen in der Medienlandschaft zu Gute kommen werden, sondern ganz im Gegenteil die Markteintrittsbarriere für Qualitätspublikationen radikal senken wird. Man denke nur an die Möglichkeiten für Finanzpublikationen und/oder Kundenmagazine, eine WiFi-Verbindung des Apples vorausgesetzt. Auch Special Interest Titel aus kleinen Teams werden eine riesige Chance haben sich zu veröffentlichen und zu promoten, denn Druck, Zwischenfinanzierung und Pressegrosso kann man einfach vergessen. Selbst Salesliteratur und Werbeunterlagen sind vorstellbar.
Interessant ist nämlich auch die Oberfläche und das bei Sports Illustrated detailliert zu sehende Interface: Es wirkt wie eine Mischung aus iPhone-Gesten und dem issuu-Player. Und gerade bei issuu ist über die sog. Shelfs schon gut zu sehen wohin die Reise eines iTunes News Stores gehen könnte. Die sehen nämlich exakt so aus wie der Kiosk in der Schlusseinstellung des Videos.




































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